Draußen sein Alles ist erleuchtet

Alles ist erleuchtet

Manche Menschen halten sie für überflüssig, andere für albernen Kitsch: Lichterketten, Schwib­bögen oder Leuchtsterne, die in der Vorweihnachtszeit die Häuser und Wohnungen in den Straßen erhellen. Dabei sind Weihnachtslichter doch so viel mehr als rein banale Dekoration: Ihr Leuchten verzaubert die Stadt. Straßen, sonst nicht gerade beschauliche Plätze, werden auf einmal zu Orten der Besinnlichkeit. Und was ist schon verheißungsvoller als ein Blick in ein erleuchtetes Fenster, wenn man selbst gerade allein im Dunkeln durch die Kälte nach Hause geht? Ganz unbeteiligter Passant bekommt man eine Ahnung von der Wärme, die sich hinter all diesen Fenstern verbirgt, und die Bedeutung dessen, was es heißt, ein Zuhause, ein Heim haben zu dürfen, wird einem schlagartig bewusst. Jede Wette, dass auch Joseph von Eichendorff bei diesem Anblick heute noch seine berühmten Zeilen dichten würde? „Markt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes Haus, Sinnend geh ich durch die Gassen, Alles sieht so festlich aus ...“